visionäre geographie
ARTISTS STATEMENT
Die Suche nach Formen und Strukturen menschlicher Lebensräume steht im Zentrum meiner künstlerischen Arbeit.
Mich fasziniert der Raum. Meine Werke entfalten sich in der Wechselwirkung überlagerter Strukturen und sind geprägt durch eine Körperlichkeit. Es ist eine Suche nach der Formsprache des Menschseins.
Ich arbeite mit Textilien, die oft direkt aus dem Alltag stammen: Tischdecken, Handtücher, Stoffe mit Charakter, kulturellem Code und historischer Prägung – viele sind Jahrzehnte alt, andere stammen aus dem sowjetischen Raum. Sie sind visuelle Archive kollektiver Erinnerung und schaffen eine Verbindung zwischen Privatem und Gesellschaftlichem.
Karten und kartografische Strukturen spielen eine zentrale Rolle in meiner Arbeit. Ihre Linien-führungen, Raster und Systeme inspirieren mich – viele meiner Werke tragen reale Karten als Transferdruck, andere enthalten erfundene, rätselhafte Kartographien in sich.
Stoffe und Karten begegnen sich in meinen Arbeiten als Mittel der Maßstabsveränderung: Sie bringen Nähe und Ferne zusammen, verbinden Körper und Landschaft, Privates und Globales. Sie ermöglichen Perspektivwechsel – zwischen intimen Oberflächen und übergeordneten Raumordnungen.
Die Stoffe wirken nicht nur als Träger, sondern als Mitspieler: Sie bleiben sichtbar, atmen, dehnen sich aus, falten sich, formen Volumen. So entwickeln meine Werke eine skulpturale Präsenz und eine spezifische räumliche Tiefe. Manche Werke verlassen die Wand, lösen sich von dem Keilrahmen und sind als Rauminstallationen erlebbar.
Ich arbeite multidisziplinär und erweitere meine analogen Arbeiten durch die Anwendung der virtuellen Realität und im Web3 in Form von NFTs.
Im virtuellen Raum erhält der Betrachter die Möglichkeit, die Werke frei zu begehen. Der Betrachter selbst wird zum Erforscher: Er durchquert meine Arbeiten körperlich – die Leinwand wird zum Raum, zur malerischen Erfahrung.
Ich fasse mein Schaffen mit dem Begriff visionäre Geographie zusammen. Eine künstlerische Praxis, die den Raum als Speicher von Identität und Formsprache begreift – gesellschaftlich rückgebunden, verankert in kultureller Erinnerung, biografischen Spuren und einem tiefen Interesse am Menschen im Raum.
Jana Rusch, 2025
VITA
Geboren 1979 in Almaty/Kasachstan 2000 – 2006 Studium an der RWTH – Aachen: Geographie, Wirtschaftsgeographie, Volkswirtschaft, Stadtplanung, Abschluss als Master of Arts (M.A.), 2005 Gaststudium an der Kunsthochschule China Academy of Art in Shanghai, 2006 Gaststudium an der Akademie der Bildenden Künste in Prag
Kooperationen
2018-heute Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Visual Computing Institute an der RWTH (VCI) – Aachen University. Projekt: Rilievo – Artistic Scene Authoring via Interactive Height Map Extrusion in Virtual Reality. 2007 Zusammenarbeit mit dem Museum of Holography, Chicago künstlerische Forschungsarbeit zu holographischen Archivmaterialien und deren Übersetzung in experimentelle Karten- und Diagrammformen.
STIPENDIEN UND AUSZEICHUNGEN
2025 Aufnahme in die Kunstsammlung der Deutschsprachigen Gemeinschaft 2024 Projektförderung Regionales Kultur Programm NRW 2023 Projektförderung Provinz Lüttich 2022 Auszeichnung auf der SIGGRAPH, weltweit bedeutendsten Konferenz für Computergrafik und interaktive Techniken und in der Zeitschrift Leonardo, der führenden internationalen Fachzeitschrift für den Einsatz aktueller Wissenschaft und Technologie in den Bereichen Kunst und Musik. Leonardo, Volume 53, Issue 3. 2018 bis heute mehrfache Auszeichnung mit dem Kunststipendium Ostbelgiens 2021 ausgezeichnet mit dem Queen Paola Award für Herausragende Initiativen während der Pandemie Covid 19, 2020 Aufnahme in die IKOB-Kunstsammlung 2019 Aufnahme in die Kunstsammlung des Ministerpräsidenten
EINZELAUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)
2025 Duché de…, Stadtmuseum Eupen, Silent Infrastructures, Espace Corridor, Brüssel, Shifting Grounds, Künstlerhaus Passage, Gent 2024 Peripheral Lines, Projectruimte Noord, Antwerpen, follow the line, Kunstraum EN e.V, Linear Drift, Project Space Maas, Rotterdam 2023 Imagined Topographies, Temporärer Kunstraum Niederlande, Heerlen, Landscape, Filiale ephemerer Kunstformen, Eupen Unstable Surfaces, Laikina Erdvė Užupis, Vilnius 2022 Terrains, Project Room Stocznia,Gdańsk, (Non)Utopia, Filiale ephemerer Kunstformen, Eupen Latent Terrains, Temporary Space Nordvest, Kopenhagen 2021 Ground as Trace, Artist Initiative Katajanokka, Helsinki Visionary geography, Open Art Sunday. – Showroom, Eupen 2020 Installation Inner Green Fields, Westwall Aachen, Inner Green Fields, AVT.FOYER – RWTH Aachen, Urban language, Gallery Luzia Sassen, My happy world, Gallery Blue Sky, Berlin 2019 A world without diesel vehicles – Kulturzentrum Alter Schlachthof Eupen, Think, think, rethink, Gallery Ellen Reuter, Stuttgart. 2018 My long journey, Gallery Baltic, Kaliningrad Russland 2017 Places inside my Kulturzentrum Alter Schlachthof Eupen 2016 Installation Der Künstler im Häuschen, KuKuK, Raeren, RUS©HHOUR, KuKuK-Aachen, 2015 Der Künstler – Dein Nachbar, Official residence of the Prime Minister, Eupen, Mach mal Blau, Gallery Sofia Jakobs
GRUPPENAUSSTELUNGEN (Auswahl)
2025 klein, klein Märkisches Museum, Witten, Territory After Meaning: Mapping the Void of PresenceShanghai Himalayas Museum — Shanghai, China 2024 Eat the rainbow, IKOB Museum für zeitgenössische Kunst, Eupen, Delikate Raumforderung, Galerie vorn und oben, Eupen, Moving Spaces, Forum für Kunst und Kultur Herzogenrath e.V., Beyond the frame, Schloss Burgau, Düren. 2023 Exposition Printemps_CAL, Cercle Aristique de Luxembourg, Luxembourg 2022 Shifting Grounds – Industrial Layers, Project Space Praga, Warschau 2021 Unter gewissen Umständen-IKOB Museum für zeitgenössische Kunst, Eupen Bodies as Coordinates, Alkatraz Gallery – Metelkova, Ljubljana, Kunstpunkte Kunst im Hafen, Düsseldorf 2020 4/10-A critical survay of the IKOB Collection, IKOB Museum für zeitgenössische Kunst, Eupen, Art Karlsruhe, Galerie Luzia Sassen 2019 ST-ART, Messe für zeitgenössische Kunst, urban Museum – wArtehalle Welchenhausen, Die Zeit rast, Gallery Luzia Sassen, Köln 2019 You and me, Gallery Luzia Sassen, Köln, Cartography After Presence, Carpe Diem Arte e Pesquisa, Lissabon 2018 Fly with us, Gallery at City Hall, Russland, Kacheln Gallery Ramrath, Aachen 2017 Mit Abstand betrachtet, Art Forum Zweibrüggen, Space, Power, Residual Human Form, Marciano Art Foundation, Los Angeles 2016 Kunstforum Jahresausstellung, Art Forum Zweibrüggen, 2016 Gestern war heute Kulturzentrum Alter Schlachthof, Eupen 2016 One more time, Gallery Luzia Sassen, Köln 2015 Rot, Atelierhaus Aachen, Black box, Gallery Blickfang, Wuppertal 2014 Yellow – Artium Art Salon, Bonn
